03.02.2019, von Jeannine Kaltenbach

Gasexplosion in leerstehendem Gebäude mit vermissten Personen

Gasexplosion mit fünf vermissten, angetrunkenen Jugendlichen in einem leerstehendem Bürokomplex lautete das Übungsszenario für die Helfer des Ortsverbandes Baden-Baden am vergangenen Samstag, den 02. Februar 2019.

Gegen 8 Uhr wurden die Helfer zur Übung alarmiert. Kurz darauf fuhren 19 Helfer die Einsatzstelle in Haueneberstein an. Vor Ort angekommen, musste die Stabilität des von der Gasexplosion teilweise zerstörten Gebäudes überprüft werden. Dies übernahm der Baufachberater des Ortsverbandes Baden-Baden zusammen mit dem Einsatzstellensicherungstrupp mit Hilfe des Einsatzstellensicherungssystems. Dieses kann zur Überwachung kleinster Bewegungen in Trümmerstrukturen, Hangrutschen und Deichanlagen eingesetzt werden. Dazu werden an dem zu überwachenden Objekt spezielle Reflektoren angebracht, deren Position im Raum etwa alle 10-60 Sekunden gemessen wird. Auf diese Weise können frühzeitig Änderungen erkannt und Maßnahmen wie Räumung der Einsatzstelle eingeleitet werden. Mit Hilfe der Arbeitsbühne des Teleskopladers wurden mehrere der Reflektoren am Gebäude angebracht. Danach machte sich ein Trupp durch ein Fenster auf den Weg zur Erkundung des Gebäudes sowie zur Öffnung der Eingangstür. Um die vermissten Personen zu finden, wurde ein weiterer Trupp unter Atemschutz in das Gebäude geschickt, da die vermissten Jugendlichen im Bereich eines verqualmten Einzelhandelsladens vermutet wurden. Dieser Trupp konnte nur vier der fünf vermissten Jugendlichen ins Freie begleiten. Währenddessen suchte der andere Erkundungstrupp das restliche Gebäude nach dem fünften vermissten Jugendlichen ab. Dabei stellte sich heraus, dass dieser im 3. Stock in einem verschütteten Raum eingesperrt und von Trümmerteilen teilweise begraben und verletzt worden war. Um die Person zu retten, galt es einen Wanddurchbruch mit Hilfe eines Borhammers vorzunehmen. Durch den Wanddurchbruch konnten die Helfer zu dem vermissten Jugendlichen gelangen, diesen von den Trümmerteilen befreien und erstversorgen. Da der Jugendliche nicht in der Lage war, das Gebäude selbstständig zu verlassen, musste er in einem Schleifkorb herausgetragen werden.

Nach vollendeter Personenrettung mussten die Helfer im Keller des Gebäudes noch eine Abstützung der Decke errichten, da der Baufachberater dort ein Risiko zum Einsturz sah. Diese Abstützung wurde mithilfe von Balken und Strebstützen durchgeführt.

An der Übung beteiligte Fahrzeuge waren der GKW, MzKW, OV Vito mit ESS, WLF mit AB Rüstholz, Kipper und Telelader. Ein Dank gelten dem Organisator der Übung Markus Schäfer sowie der Hausverwaltung Immobilien Regional AG für die Überlassung des Objektes zu Übungszwecken.


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